Schafft Obama die gesundheitsreformen

Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon Donaldd » Do 17. Sep 2009, 01:36

Wenn man heute abend Hart aber fair verfolgt über das Thema Gesundheitspolitik verfolgt hat, dann wähnt man sich im "modernen" Amerika von heute
auf einem anderen Stern:

spiegel-online:
Washington - Sie sind wütend und sie zeigen es: Zehntausende konservative Kritiker haben am Samstag in Washington gegen die geplante Gesundheitsreform der US-Regierung protestiert. Auf Spruchbändern und Plakaten warfen sie Präsident Barack Obama vor, die Rolle des Staates in der Gesellschaft übermächtig werden zu lassen und warnten vor einer Explosion der Staatsausgaben und einem Abdriften Amerikas in den Sozialismus. Es war eine der größten Protestveranstaltungen gegen Obama seit dessen Amtsantritt zu Jahresbegin


Die Konservativen Gegner Obamas fürchten den Ausbruch des "kommunismus" blos weil Obama eine allgemeine Krankenversicherung für alle einführen möchte.
Da reibt man sich als Europäer die Augen und wundert sich. 46 Millionen Amerikaner (also halb Deutschland) sind in den USA ohne jede Krankenversicherung. Das ist die Kehrseite des "American way of Life". Die Durchsetzung und der Erfolg dieser Reform ist für Obama die innenpolitische Nagelprobe. Scheitert er, so ist schon heute seine Wiederwahl gefährdet. Wir sollten hoffen, dass es ihm gelingt, denn innenpolitisch erfolglose Präsidenten neigen dazu ihr politisches Heil in aussenpolitischen Abenteuern zu suchen.

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Re: Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon eleonore » Do 17. Sep 2009, 07:20

Obama sollte bei Hillary Clinton nachfragen.

die dame hat als first lady ein komplette reformprogramm ausarbeiten lassen, was allerdings ihre popularität in senat sehr geschadet hat.
sie sollte ja nur first lady sein.
In der Auswahl seiner Feinde kann man nicht sorgfältig genug sein.

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Re: Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon angel » Do 17. Sep 2009, 09:32

Na egal, wie die Reform aussieht und wer sie erarbeitet - um zu verstehen, warum die Amis so dagegen sind, muss man wissen, wie die Konservativen ticken. Vor allem aber muss man wissen, wie das jetzige System aussieht und was die reform ändern will. Und die hat zwar hervorragende Ansätze aber völig unbezahlbare Optionen und genau das fürchten die Leute. Nach der letzten grossen Umfrage sind 53% dagegen und diese Zahl ist konstant. Interessant ist auch, dass vor allem die Senioren (65%) gegen die Reform sind - und dass die allermeisten befragten mit ihrer jetzigen Gesundheitsversorgung zufrieden sind und nur eine Verschechterung erwarten.

Obama´s medical and health care bedeutet einen massiven Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Amerikaner, denn wenn diese Reform durchkommt, wird ihnen der Arzt vorgeschrieben bzw sie können sich nur in den Poliokliniken / staatl. Gesundheitszentren behandeln lassen. So wie früher in den sozialistischen Ländern. ich denke, wenn man in der BRD eine solche Reform durchbringen wollte, wäre der Widerstand mindestens genau so gross wenn nicht grösser.

Die meisten Amerikaner haben vor allem grosse Angt vor zu viel Abhängigheit von der Regierung und zu grossen finanziellen einschnitten, gerade jetzt, wo die Rezession noch nicht am Tiefpunkt sein dürfte - und das ist nicht meine Meinung sondern die vieler Amis. Auch wenn es sich banal anhört, aber für viele Amerikaner sind Religion und Waffen das, was ihr Leben bestimmt und sie wollen sich nicht in etwas für sie so Persönliches wie ihre Gesundheit vom Staat gucken und konttrollieren lassen. Ausserdem sind eben viele im Herzen noch ziemlich rassistisch und trauen dem schwarzen Mann, der so ähnlich heisst wie Bin Laden eben nicht. Nicht vergessen: Der grösste Teil der Amis sind nicht die coolen Grossstädter, die die welt bereist haben sondern Provinzler, die kaum über den Tellerrand schauen können oder wollen.

Ich denke, Omama und seine Leute müssen die ganze Reform etwas umstricken und quasi wie ein troyanisches Pferd an die Amis "verkaufen" - vor allem aber muss auch gewährleistet sein, dass man den selben Versicherungsschutz behält, wenn man den Job wechselt. Vor allem wollen die Amis nicht auf die gigantischen Schadensersatzsummen verzichten, die sie einklagen können, selbst wenn sie aus eigener Schuld im KKH vor die Tür laufen - genau das aber sieht diese neue Reform auch noch nicht vor und da sagen sich die Amis doch, was sollen wir damit?
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Re: Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon Donaldd » Do 17. Sep 2009, 10:16

na die amerikanischen Konsevativen ticken so, dass unsere "Konservativen" im Vergleich rote Revoluzzer sind.

Das mit den Kosten ist so eine Sache. Denn Fakt ist dies:

Die Zeit:
Die Auswirkungen des Nichtstuns sind allerdings katastrophal. Obama stellte im März fest: »Es sind die explodierenden Ausgaben für die Gesundheitsfürsorge, die die mit Abstand größte Bedrohung für unseren nationalen Haushalt darstellen. « Das amerikanische Gesundheitssystem ähnelt General Motors – aufgebläht und ineffizient. Die Ausgaben für den Gesundheitssektor sollen im Jahr 2017 4,3 Billionen Dollar oder 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschlingen. 2004 waren es 2,4 Billionen Dollar.

Diejenigen, die es gut finden, so viel Geld in die Gesundheitsfürsorge zu investieren, sagen: »Na und?« Sie sind überzeugt davon, dass Amerika das beste Gesundheitssystem auf der ganzen Welt hat, weil es am meisten dafür ausgibt. Aber wie schon der Chirurg und Journalist Atul Gawande in einem einflussreichen Artikel in der Juni-Ausgabe des New Yorker dargelegt hat, ist das ein Scheinargument: Paradoxerweise kann kostenintensivere Fürsorge schlechtere Fürsorge sein.


Kurz gesagt haben wir in den USA ein mangelhaftes System mit hohen Kosten.

Nun müssen die Amerikaner ja nicht gerade unser System abkupfern. Unser System ist was die Finanzierung anbelangt ja auch nicht gerade gesund.
Wir leiden mehr darunter, dass jeder Kleinkram versichert ist. Krampfhafte Korrekturen, indem man willkürlich einzelne Sachverhalte plötzlich rausnimmt (Brille, Zahnersatz) sind allenfalls ungerecht denn heilsbringend: 5 sogenannte Reformen haben die Probleme nicht beseitigt. Viele Ärzte verstehen sich mehr und mehr als reine Unternehmer. Die bugetierten Kassenpatienten warten auf ihren Facharzttermin, während der Privatpatient fast postwenden einen Termin erhält.
Oder noch krasser selbst erlebt: Meine Freundin (Kasse) und ich (Privat) hatten beide zusammen einen Termin bei einem Augenarzt. Plötzlich wurde der Termin meiner Freundin einfach abgesagt! Meiner nicht (wie seltsam), dann allerdings von mir.

In den USA sind bereits Roosevelt, Trueman und Clinton mit dem Versuch das amerikanische Gesundheitssystem zu reformieren gescheitert.

Ausführlich informiert der Zeit-Artikel http://www.zeit.de/2009/32/Gesundheitssystem-USA über diese problematik.

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Re: Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon angel » Do 17. Sep 2009, 11:02

tja und etwas, was für alle gleich ist und vom staat kommt, das ist schon wieder suspekt, kommunistisch, sozialistisch..dabei müssten sie nur mal nach Italien oder Spanien gucken, wie es dort geht... da ist die ärztliche Grundversorgung in entsprechenden zentren kostenlos und gewährleistet und wer mehr will, versichert sich privat.
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Re: Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon Donaldd » Do 17. Sep 2009, 12:20

was die amerikanischen erzkonservativen anbelangt sage ich nur:

McCarthy lebt

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Re: Schafft Obama die gesundheitsreformen

Neuer Beitragvon Hafel » Do 17. Sep 2009, 14:59

Richtig Klaus. Der Ton der Auseinandersetzungen im amerikanischen Parlament werden immer schriller.

Viele Bürger fürchten anscheinend, dass die Gesundheits-Reformen nur höherer Kosten und Steuern, schlechtere Leistungen und mehr Bürokratie mit sich bringen wird.

Da wird ganz gezielt mit einem Blick auf Ältere auch mit Euthanasieängsten gespielt. „Obama wollte ein staatlichen „Todes-Gremium“ schaffen, welches entscheide, wer es wert sei, behandelt zu werden“ polemisiert dabei die frühere republikanische Kandidatin für das Amt des Vize-Pr. Sarah Palin. Ganz schön heftig, meine ich dabei !!!

Da gibt es Lobby-Gruppen und republikanische Parteigänger, aber auch zahlreiche Wirrköpfe, die sogar Obamas Geburt in den USA und damit die Legitimität seiner Präsidentschaft anzweifeln!

Freundlich, aber nachdrücklich widerspricht B. Obama diesen Verleumdungen . Große Reformen erfordern nun mal großes Durchhaltevermögen!

Hans (Hafel)
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