Samoa - das verlierende Paradies

Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon angel » Fr 2. Okt 2009, 19:43

seit Tagen werden die polynesischen Inseln, im besonderen Amerikanisch Samoa von Tsunami und erdbeben heimgesucht und es nimmt kein Ende.

Vorab vielleicht ein paar erklärende Worte zu dem Inselstaat - entnommen der ZEIT online:
Im Pazifischen Ozean zwischen Hawaii und Australien liegen tausende tropische Inseln. Manche sind nicht größer als der Garten eines Reihenhauses. Zu den größeren Inselgruppen zählen Samoa und Tonga.

Samoa ist politisch geteilt: Die östlichen Inseln sind seit 1899 Territorium der USA, die westlichen - bis 1914 deutsche Kolonie - wurden 1962 von Neuseeland unabhängig. Das Königreich Tonga ist flächenmäßig nicht größer als Hamburg.

Die weit auseinanderliegenden Inseln eint eine traditionelle Kultur mit dörflicher Lebensweise sowie ihre tropische Vegetation. Wichtigste Einnahmequellen sind Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Das vermeintliche Tropenparadies wird immer wieder von Naturkatastrophen wie Zyklonen bedroht.

Inselstaat Samoa

Der unabhängige Staat Samoa umfasst ein Gebiet von rund 3000 Quadratkilometern mit zwei größeren und etlichen kleineren Inseln. Von den insgesamt rund 240 000 Einwohnern lebt die Mehrheit auf den Hauptinseln Upolu mit der Hauptstadt Apia und auf Savai'i. Die Geschicke der parlamentarischen Demokratie mit ihren traditionellen polynesischen Elementen bestimmen noch immer die Familienverbände.

Amerikanisch-Samoa

Das US-Territorium Amerikanisch-Samoa ist mit einer Fläche von 199 Quadratkilometern nur doppelt so groß wie Sylt. Es besteht aus sieben Vulkaninseln und zwei kleinen Atollen. Von den insgesamt etwa 66 000 Bewohnern leben die meisten auf Tutuila mit der Hauptstadt Pago-Pago. Staatsoberhaupt ist US-Präsident Barack Obama.

Königreich Tonga

Das Königreich Tonga, das nur 750 Quadratkilometer groß ist, umfasst rund 170 Inseln. Nur 36 sind bewohnt. Die meisten der rund 110 000 Einwohner leben auf Tongatapu, der größten und fruchtbarsten Insel des Kleinstaates. Dort liegt auch die Hauptstadt Nuku'alofa. Tonga wurde im 17. Jahrhundert von den Holländern entdeckt und im 19. Jahrhundert von den Engländern missioniert. Seit 1970 ist es von Großbritannien unabhängig. Der Kleinstaat ist eine konstitutionelle Erbmonarchie, deren Verfassung dem König große Befugnisse einräumt.


Betroffen ist wie gesagt im besonderen Amerikanisch-Samoa. Nachdem vor wenigen Tagen eine 10m hohe Tsunamiwelle über die Insel hinwegfegte, hat heute ein schweres Erdbeben (Richterskala 6,3 ) vor Tonga die Region erschüttert. Auch ein Teil Indonesiens ist wieder stark betroffen und für noch vermisste oder verschüttete Menschen besteht kaum noch Hoffnung.
In vielen Orten steht kein Haus mehr, die Infrastruktur ist hin - denn wie so oft, spielt sich alles an der Küste ab, obgleich die Inseln zum teil sehr bergig sind und die Berge auch Schutz bedeuten können.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,652883,00.html

Die Inseln leben vor allem vom Tourismus und so hofft man, dass sie nicht ausbleiben, die Tpuristen - nach dieser Katastrophe. Der letzte Tsunami hat gezeigt, dass die Spezie Tourist da auch relativ unempfindlich ist und sich wenige Tage, nachdem die Leichen und Trümmer entfernt wurden, sich schon wieder am Strand aalten. So ,öge es den Samoanern gegönnt sein, bald wieder genug zu verdienen, um aufbauen zu können.

Persönlich berührt mich diese Naturkatastrophe ganz besonders - ich war 3 Mal dort auf den Inseln, 2x in der Zeit, in der ich auf einem Luxusliner arbeitete und wir "eastbound" die Welt in 82 Tagen umfuhren und einmal als ich auf einer kleinen Privatyacht gearbeitet habe, mit der ich von der Karibik bis nach Sydney fast ein Jahr unterwegs war - und innerhalb der Inselgruppen von samoa, Fidschi und Tonga sowie den coos waren wir besonders lange und viel unterwegs und an Land ... . Man fühlte sich zurückversetzt in die Tage von James Cook oder eben einfach wie im Märchen. Denn jedes Klischee, das man mit den "Südseeinseln" verbindet, trifft jeden Moment zu - aber auch knallharte Realität wie Müllhalden, schlechte kanalisation und Zivilisationskrankheiten bei den Einheimischen. "Wir sind gesegnet, wir leben im Paradies, auch wenn unter uns die Erde kocht" sagte mal ein freundlicher Skipper dort .... und nun kochts mächtig über...bleibt zu hoffen, dass diese Inseln noch ein paar Jahre bestehen bleiben, denn Tuvalu ist leider schon dem Untergang geweiht, es gibt keine Erhebung von mehr als 5m über dem Meeresspiegel...
Aber auch Samoa und die andren Inselparadiese werden den Kampf gegen die Klimaveränderungen wohl verlieren.
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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon angel » Fr 2. Okt 2009, 20:07

wer ein bisschen englisch kann .. vielleicht am bewegensten der Blogeintrag einer jungen Samoanerin am Tag des Tsunami ..
http://fotuofsamoa.blogspot.com/
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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon Lara » Fr 2. Okt 2009, 23:49

Danke, Angel - besonders für den Blogeintrag.

Mich beeindruckt, wie konsequent und ausdauernd dort, manchmal mit den einfachsten Mitteln, nach Verschütteten gesucht wird.

Es ist so furchtbar - hoffentlich kommt nicht noch Schlimmes nach ....


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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon angel » Sa 3. Okt 2009, 06:49

...mich erschrickt aber auch die Gleichgültigkeit, mit der das - wenn überhaupt - registriert wird. Ich hörte gestern so einen kurzen Gesprächsfetzen am Zeitungskiosk ..."achja..nä Zunaaaami ...datt war doch neulisch erst, woll? Samoa...weiss isch nisch...is datt auch do bei Kosamui oder wie datt heisst? Naja is ja auf jeden Fall weit weg ... - Jetzt wollen "die" wieder Spenden oder watt? ..- Die wohnen doch eh in Bläschhütten und uss Palmenwedel, oder? hahahaha ----
tja unter Toten sind eben zu wenig Touristen aus Deutschland ...
http://video.google.de/videosearch?q=sa ... mb=0&aq=f#
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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon Odabella » Di 9. Mär 2010, 21:04

Hallo Angelika

Ich meine es gibt auch eine ganze Menge anderer Menschen, die helfen und spenden.............ohne großes Geschrei und Getue !
Und das immer wieder und egal wo !
Obwohl ich kein Freund von diesen großen Vorweihnachtsspendengalas bin, akzeptiere ich das und freue mich, das so große Spendensummen zusammenkommen, auch aus vielen sehr kleinen Spenden.
Ich hoffe, das das auch bei den armen Menschen ankommt, was ja nicht immer der Fall sein soll.
Ich selbst hatte lange Zeit ein Mädchen aus Vietnam das von mir unterstützt wurde, jetzt habe ich eine monatliche Spende an Projekte. ( SOS Kinderdörfer )
Wenn man sich das mal genauer anguckt, kommt man schon sehr ins grübeln, so mußte mein Mädchen 2x am Tag 1,5 h laufen, um zur Schule zu kommen und zwar über Berge auf ziemlich unwegsamen Pfaden.
es gibt noch mehr Paradiese, die verlieren durch Unwetter und ähnliches und auch durch Touristenströme, die die Natur massiv belasten.
So gibt es in den Gewässern um die Malediven kaum noch Fische, weil alles für die Touristen weggefangen wird. Die Einheimischen zerstören ihre Natur für ihren eigenen Selbsterhalt nicht.

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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon angel » Di 9. Mär 2010, 21:18

das ist richtig ...Grund für meinPosting damals war die Aktualität des Themas. Kiribati, Nauru, die Salomonen, die Marshallinseln, Fidschi, Tonga, Vanuata und Tuvalu und viele andere Inselstaaten im Pazifik sind bedroht - bei Samoa war es zum Zeitpunkt meines Datums nur ganz besonders aktuell.
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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon Odabella » Di 9. Mär 2010, 23:39

Hallo Angelika

Es ist doch kein Problem, oder ? das ich nun jetzt noch meinen Senf dazu gegeben habe !
Ich fand Dein Thema interessant und ich habe gerade einen Bericht über die Seychellen gesehen. ich glaube das Thema bleibt für immer aktuell.

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Re: Samoa - das verlierende Paradies

Neuer Beitragvon Donaldd » Mi 10. Mär 2010, 14:17

so hat jedes "Paradies" auch seine "Hölle".

Aber nicht nur Tsunami und Erdbeben sind unausweichlich. Ich fürchte, dass auch auf die klimatischen Veränderungen zutrifft. Ich sehe keine wirklichen Ansatzpunkte, die ein weltweites Umsteuern in Aussicht stellen.

@odabella ich mag guten senf :mrgreen:
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