Pegida

Pegida

Neuer Beitragvon Donaldd » So 18. Jan 2015, 17:01

und Co.
Eins vorweg: Ich bin kein Freund dieser Bewegungen.
Das Thema Umgang mit dem Islam und Muslimen ist zwar wichtig, aber eigentlich Teil des Themas Umgang mit Religion und ihren Anhängern.
Da sind der Kopf und nicht die Füße gefragt. Wozu soll es gut sein, deswegen auf die Straße zu laufen und "Wir sind das Volk" zu rufen? Nein Pegida u. Co, ihr seid nicht das Volk.
Will man sich mit diesem Thema ernsthaft auseinandersetzen, dann sollte man eine Form finden, die nicht rechtsradikale Genossen dazu anregt, sich zu solidarisieren.

Seltsam ist der Umgang der Politik mit Pegida (beschränke mich mal auf Pegida, wissend dass es noch ähnliche Gruppen gibt). Statt sich zu fragen, was von ihr zu verantworten falsch in diesem Staat läuft, werden Verbalattacken gefahren und Pegida Anhänger gleich mal alle samt zu Nazis gestempelt. Derartige Pauschalurteile sind selbstverständlich erlaubt, genauso wie es erlaubt ist jeden Islamkritiker sofort zu unterstellen, er habe generell was gegen Muslime, insbesondere auch gegen den türkischen Gemüsehändler um die Ecke.

Dabei gibt es politisch nur eine Frage:

Was wurde in der Politik falsch gemacht, dass sich jetzt Leute, die nicht pauschal als "Nazi" abzustempeln sind, berufen fühlen, zu diesem Thema auf die Straße zu gehen.
Und egal, ob man das nun für richtig oder falsch hält, das ist nun mal FAKT.

Noch sind wir in einem Stadium vor einem Anschlag a la Charlie Hebdo, NOCH....
Nach einem solchen Anschlag werden Bewegungen wie Pegida erheblichen Zulauf haben. Man sollte also etwas tun.

Von der Politik erwarte ich eine klare Position. Dies würde sich zunehmend auf das öffentliche Meinungsbild auswirken.

Zurzeit herrscht das Prinzip wasch mich aber mach mir den Pelz nicht nass. Ausgangs- bzw. Dreh- und Angelpunkt ist mal wieder der Nahost-Konflikt und das Verhältnis der Politik zu Israel und den Palästinensern.
Einerseits ist Deutschland offiziell mit Israel befreundet. Tatsächlich gibt es aber im Bundestag und der veröffentlichten Meinung starke antisemitische Tendenzen und ein Rechtfertigungsszenario zum Thema palästinensischen Terror gegen Israel. Dies führt wiederum dazu, dass auch die offizielle Politik in Richtung Islam, islamische Verbände weichgespült wird. Man will es sich eben mit niemandem verderben. Everybody´s Darling sein in einer Sache, die klare Positionen verlangt, ist einfach nur dumm und gefährlich.

Zwischen dem Islam und den anderen Religionen gibt es einen entscheidenden Unterschied: Es gibt ganze Staaten, die als islamistische und fundamentalistisch-islamische Staaten einzustufen sind. Ich nenne nur Iran, Saudi-Arabien und Pakistan. Der Vatikan als einzig fundamental katholischer Staat ist da kein Gegengewicht, weil sich dieser allein auf die kirchliche Struktur "Vatikan" beschränkt und kein vergleichbares Herrschaftsgebiet vorweisen kann.

Von diesen Staaten und einigen radikal-terroristischen Gruppen aus verbreitet sich weltweit eine Art Herrschaftsanspruch und Meinungsführerschaft gegenüber allen Muslimen , egal wo sie leben. Dabei kommt es nicht auf die tatsächliche Meinung oder Anschauung des einzelnen Muslim an, sondern auf die durch die entsprechende Propagandamaschinerie verbreitete vorgebliche Meinung/Anschauung/Empfindung. So wird jede islamkritische Betrachtung oder Meinung sofort als islamfeindlich eingestuft und unterstellt, der Kritiker habe was generell gegen alle Muslime. Diese Staaten, die im Inneren jede Religionskritik rigoros und brutal unterdrücken, versuchen dies auch auf Muslime u.a. bei uns auszudehnen. Propaganda und Imane sind die Werkzeuge.

Umgekehrt funktioniert diese Propaganda auch. Wer israelfreundliches äußert wird gleichermaßen eingestuft. Man kann sich in Deutschland uneingeschränkt religionskritisch äußern. Niemand käme z.B. auf die Idee eine Kritik am Vatikan oder an der katholischen Glaubenslehre zum Anlaß zu nehmen, dem Kritiker zu unterstellen, er habe etwas gegen den einzeln Katholiken. Das gilt ganz ausschließlich für Islamkritiker bezüglich der Muslime. Leute wie Broder oder Nuhr können ein Lied davon singen.

Und was machen Verantwortliche in Politik, Kultur oder Presse??
Sie knicken ein. Sei die terroristische Tat auch noch so grauenhaft, stets begleitet ein Statement, man habe aber generell nichts gegen Muslime o.ä. , entsprechend geäußerte Kritik. Sie ziehen Theaterstücke zurück oder ergehen sich in einseitig israelkritischer Berichterstattung. Sie wiegeln die Problematik der Todesfatwas ab und üben seltsame verbale Zurückhaltung. Sie lassen sich von der islamistischen Propaganda die Schere in den Kopf pflanzen. Integrationsproblematiken werden schön geredet und Konflikte bagatellisiert. Man ignoriert u.a. dass Muslime weltweit dank entsprechend ausgerichteter Sattelitenschüsseln beinharter islamistischer und antisemitischer Hasspropaganda ausgeliefert sind. Stellt sich die Frage, warum so viele den TV-Empfang so ausrichten. Ein Indiz für mangelnde Integrationsbereitschaft?? Wie naiv sind unsere Politiker, die aus allen Wolken fallen, wenn dermaßen berieselte Jugendliche reihenweise den Wunsch verspüren, dem IS zu dienen.


Dem IS können wir fast dankbar sein, dass nun dieser Weichspühlerei gewisse Grenzen gesetzt sind.
Pegida ist eine Zeiterscheinung aber keine Lösung.

DD
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