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Neuer Beitragvon Donaldd » Di 16. Nov 2010, 19:25

@Benny
leider ist es ein weitverbreiteter Irrtum, daß HÖCHSTSTRAFEN das Problem lösen. Es sind immer die Mindeststrafen und der Richter muß beim Strafmaß diverse Faktoren berücksichtigen. Nun haben Staatsanwalt und Verteidiger das Recht ein Urteil anzufechten.

Ich habe daher dafür plädiert, die MINDESTSTRAFE für bestimmte Delikte und zwar grade Straftaten gegen Leib und Leben erheblich anzuheben. Mit höheren Höchststrafen
ändert man nichts an der Urteilspraxis.

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Neuer Beitragvon Benny » Di 16. Nov 2010, 19:38

Nee, ich glaube damit kommen wir auch nicht weiter. Wenn die Mindeststrafen erhöht werden dann wird das Delikt anders definiert, statt versuchter Totschlag, minderschwere Körperverletzung ect ect.
Oder das Opfer wird zum Täter gemacht. Oder er war einfach nur am falschen Ort zur falschen Zeit.
Ich habe längst den Glauben an den Rechtsstaat verloren.
Bananenrepublik kommt sehr nahe.

Gruß
Benny
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Neuer Beitragvon Nordstern » Di 16. Nov 2010, 19:54

Man muß ein paar Faktoren bedenken.
Sind die Täter Ersttäter oder Mehrfachtäter.
Oder gar Intensivtäter.
Meines Wissens steht dem einen Täter ein zweiter Prozeß bevor wegen eines gleichen Deliktes zuvor.

Auch muß man bedenken, wie die Zukunft des Opfers aussieht.
Wird es voll wiederhergestellt.
Oder bleibt etwas nach.
Wurde der Lebensweg unterbrochen (Ausbildung) usw.

Und die Kosten, alles wieder so herzustellen, kann man nicht dem Opfer und der Gesellschaft aufbürden.

Wird die erste Tat richtig geahndet, zeitnah, kann es nicht zwingend zur zweiten oder dritten Tat kommen.
Das ist Schutz der Gesellschaft.
Warum stehen die Belange der Opfer hintenan.
Das gehört an die erste Stelle, sieht mir aber nicht so aus.

nordstern.
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Neuer Beitragvon Donaldd » Di 16. Nov 2010, 19:57

auch da habe ich was zu gesagt:

Man muß die Tatbestände verändern. Also statt Absicht= tatsächlich Gefährdung bei Vorsatz. Dann ist die Frage, ob jemand töten "wollte", irrelevant. Man sollte generell Taten gegen leib und leben schärfer( = höhere Mindeststrafen ) bestrafen. Was änderst du denn bei deiner Sicht der Dinge, wenn man die Höchststrafe anhebt? Du kannst keinem Richter vorschreiben, welches Strafmaß er innerhalb der vom Gesetzt vorgegeben Bandbreite ansetzt.

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Neuer Beitragvon Benny » Di 16. Nov 2010, 20:01

Nordstern hat aufgeführt was bei der Strafbemessung zu berücksichtigen ist.
Da kann meiner Meinung nach niemals Bewährung raus kommen.
Alles nur meine Meinung.

Gruß
Benny
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Neuer Beitragvon Donaldd » Di 16. Nov 2010, 20:04

dieser fall zeigt wieder einmal, wie hilflos die Gesellschaft gegenüber denjenigen ist, die sich nicht an die Regeln halten wollen. Wir können wirklich froh sein, daß 95% die wichtigsten Regeln freiwillig einhalten. Wenn zb 30% einer Gesellschaft meinen Raub, Mord und Totschlag seien angemessene Formen gemeinsamen Umgangs, dann schafft es kein Staat der Welt mit Polizei und Justiz dagegen ernsthaft etwas auszurichten. Man schaue zu manchne negativ Beispielen Afdrikas oder Südamerikas.

Wir werden es nicht schaffen, alles und jeden immer vor solchen Straftaten zu schützen, egal wie die Strafe aussieht. Ein klassisches Beispiel sind aktuell Staaten, die bei Drogendelikten rigoristsich gleich die Todesstrafe verhängen. Und auch da gibts immer noch Drogenhandel.

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Neuer Beitragvon Donaldd » Di 16. Nov 2010, 20:12

eine Strafe hat immer mehrere Kompenenten:

Schutz der Allgemeinheit
Sühne
Prävention
Abschreckung

Ich vermute mal, daß der Richter den Schwerpunkt auf Prävention gelegt hat. Prävention zielt ja darauf ab, daß die gesellschaft möglichst langfristig geschützt wird.
Sperst du diese beiden Täter jetzt (als beispiel) 5 jahre weg, dann ist die Gesellschaft zwar max 5 jahre geschützt, aber dann???
Man müßte die Bewährungsauflagen kennen, die ja für so manchen Täter schlimmer sind, als Knast, der ja meist eh nicht ganz abgesessen wird.

Im vorliegenden Fall dürfte, egal wie hoch die Strafe jetzt ausfällt, die Video-Überwachung einen größeren Abschreckungseffekt haben als das Strafmaß.
Allgemein ist die Abschreckungskomponente am umstrittensten, was die Wirkung einer Strafe betrifft.
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Neuer Beitragvon Benny » Di 16. Nov 2010, 20:36

Video-Überwachung wäre in der Tat eine gewaltige Strafmassnahme.
Meines Wissens ist die im Strafrecht aber nicht erlaubt, und wenn doch,dann werden soviel Ausnahmen der Video-Überwachung greifen, dass es schon wieder verwässert wird.
Wie sagt man, die Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt werden.
Das sehe ich sogar noch ein, ich möchte nicht im Video zu sehen sein wenn ich dusche, aufs Klo gehe oder meinen Schatz im Bett bearbeite.
Die Fußfessel halte ich da noch für ein geeignetes Mittel.

@Nordstern
könntest du nicht mal die Urteilsbegründung hier reinstellen oder per PN senden?
Mich würde sie interessieren.

Gruß
Benny
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Neuer Beitragvon Benny » Di 16. Nov 2010, 20:43

http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbe ... fessel.jsp

An diesen Beiträgen (auch wenn es um Sicherheitsverwahrung geht) sieht man wie schwer man sich tut, da wird Video-Überwachung sicher keine Chance haben.

Gruß
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Neuer Beitragvon Ladigue » Di 16. Nov 2010, 22:05

Also wie auch immer. Für mich ist das die Hamburger Variante von München Solms. Dort hat es einen Toten gegeben.
Es kommt eben doch auf den Richter an, ob der eine Absicht erkennen will oder nicht. Dann ist das nach wie vor versuchter Totschlag.

Prävention? Diese Art Jugendliche wird über die deutsche Justiz spotten. Was sind wir doch ein Staatswesen voller Labbedudel! Das ist Badisch und heißt Feiglinge, Warmduscher, Leisetreter, Gutmenschen.

Mich würde sehr interessieren, was Marie dazu meint.

Hallooooooooo Mary................
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