Putin, unsere Alt-Kanzler und die Fakten

Putin, unsere Alt-Kanzler und die Fakten

Neuer Beitragvon Donaldd » Mi 26. Mär 2014, 17:07

1. Schröder:

Spätestens, seit Schröder endgültig zum Lobbyisten in Diensten des Putinschen öko-politischem Machtapparats degeneriert ist, weiß ich zu Recht: Der damalige Austritt aus der SPD noch vor der Wiederwahl Schröders wegen dieser Personalie war richtig!

2. Helmut Schmidt war zu Kanzlerzeiten ein aktiver Teilnehmer des kalten Krieges. Damals wollte er auch nicht nur nicht mit den Russen reden, sondern zunächst den NATO-Doppelbeschluss umsetzen. Als kalter Krieger denkt er im Grunde genommen immer noch. Er erklärt verständnisvoll die russische Position. Diese Position, die geprägt ist von Nationalismus, militaristischen Denkmustern, imperialistisch ausgerichteten Gebietsansprüchen und Lagerdenken des kalten Krieges, ist überholt und kann nur von jemanden als akzeptabel schöngeredet werden, der selbst noch diesen Denkmustern verhaftet ist.
Schmidt hat als aktiver Politiker in den Kategorien des kalten Krieges gedacht und gehandelt. Mangels anderweitiger Erfahrungen war es ihm offenkundig nicht vergönnt, sich davon zu befreien. Seine Meinung zur Krim-Ukraine-Krise kann daher nur als unmaßgeblich zur Akte genommen werden.

Die Fakten

Abstrahiert man das momentane Geschehen und stellt das Ganze in einen historischen Kontext, dann werden Parallelen deutlich, die das Ende der Entwicklung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorzeichnen:
Putin markiert den starken Mann reißt sich die wirtschaftlich eher belastende Krim unter den Nagel und übersieht dabei die selben Probleme, die AH und sein Drittes Reich in den unvermeidbaren Untergang geführt hat:

Die Solidarisierung von USA und Europa.

Ging es im II. Weltkrieg um militärstrategische Fragen so sind es jetzt ökonomische Felder und Fragen politscher Standards. Beides ist bzw. war ein Zweifrontenkrieg, der nicht gewonnen werden kann/konnte.

Putin verpasst eine historische Chance, gemeinsam mit der EU ein wirkliches wirtschaftliches und politisches Gegengewicht zur Vormachtstellung der USA zu schaffen. Gerade stand aufgrund der NSA-Affäre und ernsthaften Differenzen im Rahmen der Verhandlungen zum Handelsabkommen eine massive Abkühlung der Beziehungen zwischen USA und EU ins Haus. Da hilft jetzt die Krim-Krise überraschend schnell heraus.

So führt seine Politik zur Reaktivierung des atlantischen Bündnisses und einer neuen Solidarisierung zwischen USA und Europa. Jetzt kommt zur NATO auch noch ein verstärkt wirtschaftlich zusammen arbeitender Komplex.

Die Folge wird eine wirtschaftliche und politische Isolierung sein. Man muss Bedenken, 1939-1945 bestand die atlantische Allianz nur aus USA und Großbritannien, jetzt aus der USA und fast ganz Europa. Hinzu kommen die massiven wirtschaftlichen Einflussnahmen von USA und EU auf eine Unzahl von Staaten, denen ein wirtschaftlich angeschlagenes Russland kaum etwas entgegenzusetzen hat. Dieser Kampf kann von Putin nicht gewonnen werden.

Ein Alt-Kanzler sollte das wissen und neben den Fehlern eines zu seiner Zeit noch einheitlich handelnden "Westens" auch die Fehler Russlands analysieren. Lieber Helmut Schmidt, Dein "Westen" wurde mit Putin als Hebamme erst wiedergeboren.
DD
Benutzeravatar
Donaldd
Administrator
 
Beiträge: 8
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 01:40

Re: Putin, unsere Alt-Kanzler und die Fakten

Neuer Beitragvon angel » Do 27. Mär 2014, 10:07

Na also mir graus mehr vor dem, was die USA sich in den letzten Jahren so geleistet haben und ein Obama hat in meinen Augen jedes Vertrauen verloren. Auf noch engere "Zusammenarbeit" sprich Abhängigkeit von den USA möcht ich gerne verzichten. Wer der grössere Buhmann ist ... die Geschichte wird es zeigen. Angst ist ein schlechter Berater - und der Vergleich Putin - Hitler ist schon sehr weit hergeholt, die Fakten sind ganz andere. Ein starkes Europa mit Russland ist für mich langfristig eine bessere Vorstellung als ein Europa im ständigen Brennpunkt und als Spielball der USA.
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,
Volksvertreter verkaufen........
Benutzeravatar
angel
Administrator
 
Beiträge: 4561
Registriert: So 9. Aug 2009, 12:04
Wohnort: auf dem platten Land

Re: Putin, unsere Alt-Kanzler und die Fakten

Neuer Beitragvon Donaldd » Do 27. Mär 2014, 12:51

genau das ist doch die Tragik dieser Putinschen Kanonanboot- Politik ala Kaisers Zeiten auf der Krim.

DD
Benutzeravatar
Donaldd
Administrator
 
Beiträge: 8
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 01:40

Re: Putin, unsere Alt-Kanzler und die Fakten

Neuer Beitragvon angel » Do 27. Mär 2014, 13:28

ta, nichts fürchten die Amis mehr als ein einges Europa und Russland ..aber so lange sie gut bezahlte Handlanger haben, die die Leute aufmischen und Angst verbreiten ...
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,
Volksvertreter verkaufen........
Benutzeravatar
angel
Administrator
 
Beiträge: 4561
Registriert: So 9. Aug 2009, 12:04
Wohnort: auf dem platten Land

Re: Putin, unsere Alt-Kanzler und die Fakten

Neuer Beitragvon Donaldd » So 6. Apr 2014, 15:51

angel,

ein Europa mit Russland und ohne USA setzt voraus, dass in Russland demokratische Verhältnisse herrschen. In Russland herrscht aber ein nationalistisch-diktatorisches und korruptes System.

Putin ist zwar weder ein Stalin noch ein Hitler aber immerhin ein Diktator, der seine Macht mit pseudodemokratischer DEKO ausübt.

Folgende nicht widerlegbare Indikatoren:

a) Ausschaltung anders Denkender
Kritische Meinungen werden rigoros bekämpft. Das geht bis hin zum politischen MORD. 200 Jounalisten haben das bereits mit dem Leben bezahlt.

b) Intoleranz
Siehe Anti-Schwulen Gesetze

c) Korruption
Putin arbeitet eng mit befreundeten Oligarchen zusammen und beutet das Land aus.

d) Polizeistaatmethoden im ganzen Land
Ein offenkundig über den Gesetzen operierender FES Geheimdienst macht, was er will. Da herrscht Willkür , Bürgerrechte werden mit den Füßen getreten.

Bei aller Kritik gegen Erdogan: Die heutige Türkei ist gegenüber RUSSLAND ein demokratisches Eldorado.

Würden in Russland demokratische Verhältnisse herrschen, könnte sich Euro in stärkerem Masse von den USA lösen und eine unabhängigere Politik betreiben.
Die USA ist noch eine Demokratie mit unakzeptablen Methoden. Russland ist eine Diktatur mit unakzeptablen Methoden.
Da bleibt nur das kleinere Übel, wenn wir nicht erpressbar werden wollen. Denn einen Vorteil haben die USA: Sie stehen zu ihren Verträgen mit ihren Verbündeten. Russland verstößt hingegen gegen solche Verträge.

Es gibt zum einen die Budapester Vereinbarung. Darin wird der Ukraine die territoriale Integrität zugesichert.
Es gibt Vereinbarungen zu Truppenkonzentrationen auf den nationalen Gebieten (stammen aus der Zeit des kalten Krieges). Russland verstößt einfach dagegen und konzentriert 40.000 Soldaten an der Ukrainischen Grenze.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass zur Zeit Verträge mit DIESEM Russland nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Ein alternatives Bündnis mit so einem notorischen Vertragsbrecher ist illusorisch.-


DD
Benutzeravatar
Donaldd
Administrator
 
Beiträge: 8
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 01:40


Zurück zu Politik

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google

cron