Ukraine

Ukraine

Neuer Beitragvon Donaldd » Sa 8. Mär 2014, 03:23

nach meiner Einschätzung wird es nach einer gewissen Zeit der Spannung zu einem Status quo kommen:

1. Die Krim wird eine größere Autonomie bekommen. Russland wird den Schutz der tatarischen Minderheit garantieren müssen.

2. Die Ukraine wird sich der EU anschließen (Assoziierung), aber nicht in die Nato eintreten.

Russland hat zwei Probleme:

1. Putin und die momentan hochschwappende nationalistische Welle. Zur Zeit steigen seine Umfragewerte. Das könnte weitere Fehler beim Umgang mit der Krise provozieren.
2. Russland hat keine konkurrenzfähige Industrie. Der Kampf um Einfluss auf ehemalige Staaten der UdSSR ist auch ein Kampf um Absatzmärkte für russische, auf den Weltmärkten nicht konkurrenzfähige Produkte.
Einzige echte Einnahmequellen sind Rohstoffe, Gas und Öl. Damit sind letztlich nicht die Belieferten sondern der Lieferant Russland abhängig von diesen Lieferungen.

Würde 1.) dazu führen, dass Russland einen Lieferboykott gegen EU-Staaten androht oder durchführt, so werden wir uns nach anderen Lieferanten umsehen und auch finden. Wir erinnern uns an das Öl-Embargo der OPEC. Auch der Schuss ging nach hinten los. Ein Boykott hätte für Russland die fatale Folge, dass es seine Märkte verliert und damit in eine schwere ökonomische Krise geraten wird. Ein folgender Staatsbankrott wird das Land schwächen. Dann droht dem ganzen Land der Zerfall, den man jetzt der Ukraine in Aussicht stellt.
Ein entscheidender Zeitpunkt wird die Wahl in der Ukraine sein. Wird in Russland dann keine Vernunft einkehren, sollten wir uns Sorgen machen.

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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon angel » Sa 8. Mär 2014, 11:11

vor allem hoffe ich auf Vernunft der US-Seite, der die Angst vor einem vereinten Europa zusammen MIT Russland mehr asls nur ein Dorn im Auge ist und man kann nur hoffen, dass die Europäer sich nicht komplett an die Wand spielen lassen
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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon Donaldd » Mi 12. Mär 2014, 15:05

hier die Vorschläge von Kissinger zur Krise:

◾Erstens: Die Ukraine wählt ihre politische und wirtschaftliche Assoziierung frei, auch mit Europa.
◾Zweitens: Die Ukraine verzichtet auf einen Nato-Beitritt.
◾Drittens: Die Ukraine nimmt international eine neutrale Position ein wie Finnland.
◾Viertens: Russland verzichtet auf eine Annexion der Krim - im Gegenzug stärkt Kiew die Autonomie der Halbinsel.


und hier noch mal meine Vermutung vom 8.3.:


1. Die Krim wird eine größere Autonomie bekommen. Russland wird den Schutz der tatarischen Minderheit garantieren müssen.
2. Die Ukraine wird sich der EU anschließen (Assoziierung), aber nicht in die Nato eintreten.

na bitte, ginge doch.
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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon angel » Do 13. Mär 2014, 14:46

damit kann man doch leben - bleibt zu hoffen, dass die Amis sich raushalten
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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon Donaldd » Sa 15. Mär 2014, 14:56

militärisch werden sie sich raushalten.
Diplomatisch sollten sie sich nicht raushalten. Bei aller Kritik an Obama: Wir können froh sein, daß der Präsident nicht George W. Bush heißt. Der müsse jetzt seinen Georgienfehler ausbügeln.
Kerrys Bemühungen scheitern an der sturen Haltung Putins. So wie ich die Verhandlungen verfolgt habe, bestreiten die Amerikaner ja keines Falls die besonderen Interessen der Russen an der Krim. Putin hat wohl noch nicht erkannt,
dass seine Einbahnstraße zugleich eine Sackgasse ist. So schaltet er auf stur.

Schon wieder haben wir nicht genug aus der Geschichte gelernt. Die Appeasement Politik der Alleierten vor dem II. Weltkrieg gegenüber Hitler hat ihn ermutigt und in der trügerischen Sicherheit gewiegt, dass das so weitergehen würde.
Genauso ist das, ohne jetzt Putin gleich mit AH zu vergleichen, in der momentanen Krise. Der ängstliche Rückzieher in Georgien durch Bush hat Putin in seiner Expansionspolitik bestärkt und ermutigt. Schon taucht das Gespenst einer weiteren Aggression auf. Die Ost-Ukraine.
Noch hat P. die Möglichkeit auf eine formale Annexion zu verzichten. Dann käme es zu der von mir prognostizierten Autonomie der Krim. Er tät gut daran, denn wenn es zum Anschluss an Russland käme, würde sich Putin eine Laus in den Pelz setzen.
Sollte es nach einen längeren Prozess der Konsolidierung gelingen, die Ukraine im EU Verbund zu sanieren, dann hätten wir plötzlich Ukraine-Russen in der Ost-Ukraine, denen es wirtschaftlich bedeutend besser geht, als den EX-Ukraine-Russen auf der Krim. Das wiederum könnte zu einer Rebellion auf der Krim führen, die wiederum eine Initialzündung für den Zerfall Russlands sein könnte. Wenn es um die Lebensumstände der einfachen, arbeitenden Menschen geht, muss Putin jeden Vergleich scheuen. Sein Staat kann damit keinen "Staat" machen.

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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon Mia » So 16. Mär 2014, 02:59

Man soll Putin und die Russen niemals unterschätzen. In vielen Foren stehen Diskussionen zu diesem Thema mit PRO und KONTRA.

Ich will z. B. die Ukraine nicht in der EU. Ein weiteres Armenhaus bekämen wir dazu. Sollen sich erst mal aus eigener Kraft wirtschaftlich sanieren, erst dann kann mal dran gedacht werden.

Die Ukraine und Russland wären klug, wenn sie sich zusammenschließen würden. Bodenschätze in Russland, die Ukraine als Kornkammer und dann noch das Donezbecken wären eine Wirtschaftskraft, die was wirklich Gutes zustande bringen könnte. Könnte! Aber sie können nicht mehr miteinander. Dabei sind sie sich so ähnlich. Beide diktatorisch regiert und Gesetze wie aus dem Mittelalter.

Keine Einmischung von außen wird etwas ändern. Ich hoffe darauf, dass die Vernunft siegt.

Militärische Einmischung von außen hätte sicher einen schrecklichen Krieg zur Folge, der ganz Europa in Brand stecken könnte. Und auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres sitzen schon Tausende in den Startlöchern, die gerne den Islam, der gerade jetzt wieder eine neue Blüte erfährt, weitertragen wollen und ganz nebenbei Gebiete erobern, in denen sie nichts zu suchen haben.
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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon Donaldd » Mo 17. Mär 2014, 18:22

aber eins zeigt die Krise deutlich:

In der LINKS-Partei steckt noch mehr SED und DKP drin, als es vordergründig den Anschein hat.

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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon Donaldd » Di 18. Mär 2014, 22:44

Der erste Tote bei der gewaltsamen Erstürmung eines Militärkomplexes auf der Krim.

Es wird eine weitere Eskalation geben. Die nationalistisch-chauvinistische Welle in Moskau erinnert fatal an Göbbels: "Wollt ihr den totalen Krieg" Die Massen brüllten : JAAAAAA....
Also hilft nur die Verhängung scharfer Sanktionen, die selber weh tun. Es geht einfach darum wirklich Schlimmes zu verhindern. Die Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Aggressor Hitler hat in letztlich ermutigt und in den Größenwahn getrieben.
Putin steht vor dem Größenwahn. Er glaubt ernsthaft, er könne ohne Weltwirtschaft lange weiter existieren. Wir sollten ihn das ausprobieren lassen.
Was sind also evtl. höhere Energiepreise gegen die Gefahr eines durch Größenwahn ausgelösten Krieges:
Peanuts!
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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon angel » Mi 19. Mär 2014, 11:32

ich sehe das schon ein bisschen anders ...
vor den nationalistischen Ukrainern , die es in die EU drängt, ist mir da mehr bang ...
und schlussendlich ist da noch 1954 noch der Umstand, dass olle Chruschtschow Ukrainer war und in seiner unendlichen Güte die Krim der Ukraine schenkte ..
Mich fürchtet es viel mehr vor den Machenschaften der USA, die wieder einmal versuchen, die Fäden zu ziehen und auf die Ukraine in der EU kann man sicher gerne verzichten
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Re: Ukraine

Neuer Beitragvon Donaldd » Fr 21. Mär 2014, 12:07

es kommt doch hauptsächlich aus das WIE an.

Zum ersten sind territoriale Ansprüche anachronistisch. Noch anachronistischer ist es, diese mit militärischer Gewalt und Erpressung durchzusetzen. Ohne diese Bedrohung und faktische Okkupation, wäre die Volksabstimmung als Feigenblatt gar nicht möglich gewesen. Ob jetzt die Krim nun zu Russland oder der Ukraine "gehört" ist doch im Grunde nach vollkommen zweitrangig. Weder USA noch EU bestreiten die berechtigten Interessen der Russen. Man hätte das ganze also auch einvernehmlich lösen können. Wie würdest du jemanden bezeichnen, der noch immer die zweifelsfrei deutschen Ostgebiete zurück haben will??

Das mit der nationalistischen Ukraine sehe ich nicht. Auslöser für die Unruhen war das Umschwenken von EU auf Russland. Der Wunsch nach Anbindung an die EU kann doch wohl nicht als nationalistisch eingestuft werden. Die Ukrainer sind auch nicht nationalistischer als die Polen, Engländer oder Franzosen.

Es war sicher die Hoffnung vieler Ukrainer, dass mit der EU Assoziierung endlich demokratische Verhältnisse hätten langsam entstehen können, also ein Weg weg von Korruption und scheindemokratischen Strukturen. Das Hinschwenken zu Putin war das Signal zu einem "Weiter so", denn in Putins Russland herrscht das gleich System. Ein bezeichnendes Bild ist die Tatsache, dass der einzige Abgeordnete in der Duma, der es gewagt hat gegen den Beitritt der Krim zu stimmen, sein Mandat verlieren soll.
Wie würde man das bei uns nennen? Demokratie bestimmt nicht.


Unglücklich ist natürlich die momentane Beteiligung rechtsradikaler Kräfte an der Übergangs-Regierung. Das ist sicher dem Bestreben geschuldet gewesen, dass alle Oppositionskräfte bei der Ablösung von Janukowitsch geeint agieren und in der Übergangszeit Ruhe einkehrt. Das muss sich natürlich nach der Wahl im Mai ändern. Bis zur Wahl sind es ein paar Wochen. Spätestens dann ist der vorgeschobenen Vorwand Putins gegen die ukrainische Regierung beseitigt.
Übrigens, warum reden wir eigentlich mit einer russischen Regierung, die wir mit ihren nationalistischen Parolen und Schwulen-Hetze bei uns eher als rechtsradikal einstufen würden? Diese Art von Gesprächsverweigerung auf russischer Seite ist doch einfach KÄSE. Wenn es danach ginge, müsste man Schröder eigentlich für seine Putin-Nähe aus der Partei werfen.

Dauernd höre ich etwas von der "Demütigung" Russlands. Was ist mit der Demütigung der Ukraine durch Russland?


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