Friedensreich Hundertwasser

Re: Friedensreich Hundertwasser

Neuer Beitragvon Ruth » Fr 28. Jan 2011, 12:44

In meiner Gegend hat ein Architekt sein Haus und andere kleinere Gebäude auf seinem Grundstück dem Hundertwasserstil nachempfunden gebaut. Sein Areal liegt ziemlich ausserhalb der Gemeinde. Um die Weihnachtszeit wird alles zum lebendigen Märchen. Hunderte von Wachskerzen zündet er jeden Abend an, in einer kleinen, aber gut begehbaren "Hundertwasserkapelle" ist die Jesusgeburtsszene aufgebaut, in der ebenfalls romantisch ausgeleuchteten Scheune, mit Strohballen bestückt (hinter jedem ein Feuerlöscher und Wassereimer) wird rund um den Heiligen Abend von einer "märchenhaften Frau" vorgelesen und natürlich ist das Ganze ein Besucherziel. Da die Autos ohne weiteres am Strassenrand der Nebenstrasse parken können, gibt es auch hier kein Problem.
Trotzdem: der Architekt ist das Feindbild der Gemeindebürger, die ihn am liebsten zum Mond schiessen würden. Man macht ihm Schwierigkeiten, wo immer es möglich ist und die Frage "warum?" kann keiner beantworten. Er ist Gastgeber für Kindergarten und Menschen, die allein sind - alles wird abgelehnt.
Wenn er sich auch nicht offiziell beeindrucken lässt - es ist einfach traurig, dass ein Mensch, der nur Freude machen will und Bewunderung verdient, derart abgelehnt und angefeindet wird.

Hat natürlich mit dem eigentlichen Thema hier wenig zu tun.

Ruth :shock:
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Re: Friedensreich Hundertwasser

Neuer Beitragvon Mia » Sa 29. Jan 2011, 22:04

Vielleicht sind dort viele Menschen im Denken rückständig und lehnen alle ab, was nicht so wie bei ihnen ist, Ruth.

Meine Tante sagte einmal zu mir, dass Herr XX mit einer Frau aus der Eifel verheiratet ist, und die wäre ja so hinter dem Mond.....! Innerlich habe ich mich kaputt gelacht darüber. Ausgerechnet meine Tante, die nichts anderes kennt als ihren Haushalt, die auf jeden herabsieht, der nicht so lebt wie sie.

Der Architekt ist vielleicht ein Gutmensch. Darauf sind andere neidisch. Sie galuben nämlich, dass er etwas bezweckt und können sich nicht vorstellen, dass da einer von alleine gibt.

Habe in KR erlebt, dass ein Mann mitten in der Stadt in der Fussgängerzone lauthals die Worte Gottes verkündete. Die Leute lachten laut über ihn, andere schüttelten den Kopf. Er hatte die Bibel dabei aus der er vorlas. Dann kam die Polizei und scheuchte ihn weg. Er wollte nichts schlechtes, aber schlechte Menschen haben dafür gesorgt, dass er weggejagt wurde.

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Re: Friedensreich Hundertwasser

Neuer Beitragvon angel » Sa 29. Jan 2011, 23:18

... Mia, darum sag ich immer .. käme heute einer wie Jesus daher, man würde ihn sofort in die Klapsmühle stecken oder wegen Erregung öffentlichen Ärgernis eine saftige Geldstrafe aufbrummen ...
Da lobe ich mir den Hyde Park in London mit seiner Speakers Corner, wo jeder sich auf ein Podest stellen und lamentieren kann - und immer ist jemand da, der zuhält. Man ist hier im Lande schnell dabei, anderen nicht das zuzugestehen, was man sich selbst gerne heraus nimmt und alles muss irgendwie genormt sein .. da kommen wir dann wieder zu den Architekten. :U

Architekten sind meiner Einschätzung nach neben Ärzten und Lehrern mit die wichtigsten Berufe und so immens wichtig für unser aller Wohlergehen, schließlich schaffen sie das Stadtbild und die Straßenzüge dessen, was wir täglich sehen und sie schaffen auch die Häuser in denen wir leben und arbeiten und uns wohlfühlen wollen. Was es da so gerade an Nachkriegssünden gab und gibt ... die müsste man heute noch einsperren, diese Stadtplaner und Architekten .. aber inzwischen ist auch wieder so eine andere, hypermoderne Welle da, die den Städten den eigenen Charakter nimmt und die eine Monotonie entstehen lässt, die alle Innenstädte gleich aussehen lässt - ds fängt an bei futuristisch anmutenden Gebäuden an Orten, wo sie eigentlich nicht hinpassen und endet bei der öden Fussgängerpassage mit den immer gleichen Pollern, den hässlichen Betonpflanzgefässen, den Sitzbänken mit einzelnen Sitzen aus Drahtgeflecht und den immer gleichen Geschäften bestimmter Discountermärkte oder Kaffeeröster, Fastfoodketten und Parfümerien ... da sind Architekten, die so unkonventionell arbeiten wie ein Hundertwasser doch eine Wohltat und geradezu ein Augentrost. Warum greifen Stadtplaner denn wohl die Eindrücke und die Freude der Menschen auf, die diese beim Anbick gerade von Hundertwassers Gebäuden haben? Ich denk immer noch an die Reisegruppen, darunter auch Japaner und Amis, die mit dem ICE von Hannover nach Hamburg in Uelzen ausstiegen, nur um den Bahnhof zu sehen und dann mit dem nächsten Zug weiterfuhren .. der ist aber auch wirklich schön ...
Hier mal einige Eindrücke

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selbst das Pissoir hat Stil

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Volksvertreter verkaufen........
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